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Foto von Tim Berners-Lee
Tim Berners-Lee
 
und das World Wide Web
 
Ein Problem am CERN war, dass sich ein Teil der Laboratorien auf französischem, ein anderer auf schweizerischem Gebiet befindet. In den beiden Ländern herrschten unterschiedliche Netzwerk-Infrastrukturen, die den Austausch von Informationen erschwerten. Am 12. März 1989 schlug Berners-Lee seinem Arbeitgeber CERN ein Projekt vor, das auf dem Prinzip des Hypertexts beruhte und den weltweiten Austausch sowie die Aktualisierung von Informationen zwischen Wissenschaftlern vereinfachen sollte.[3] 1990 veröffentlichte er mit Robert Cailliau ein Konzept für ein weltweites Hypertext-Projekt das Computerprogramm Enquire.[4] In der Folgezeit entwickelte Berners-Lee die Seitenbeschreibungssprache HTML, das Transferprotokoll HTTP, die URL (der Name kam allerdings erst später), den ersten Browser WorldWideWeb und den ersten Webserver CERN httpd unter dem Betriebssystem NeXTStep. Dies sollte den Ursprung des World Wide Web darstellen.
 
 
Berners-Lee erstellte die erste Webpräsenz, info.cern.ch. Diese Website gibt es bis heute; allerdings existiert von dem ursprünglichen Inhalt nur noch eine Kopie aus dem Jahr 1992.[5] Sie erläuterte unter anderem,
 
was das World Wide Web sein sollte,
wie man an einen Webbrowser kommt,
wie man einen Webserver aufsetzt.
 
Ursprünglich war dies auch die erste einfache Suchmaschine, denn Berners-Lee betreute noch andere Webpräsenzen außer seiner eigenen.
 
Die Grundideen des World Wide Webs sind vergleichsweise einfach, Berners-Lee sah und verknüpfte sie jedoch in einer Weise, deren Möglichkeiten bis heute noch nicht vollständig ausgeschöpft sind.
 
1994 gründete Berners-Lee das World Wide Web Consortium (W3C) am Massachusetts Institute of Technology. Wichtig war, dass er seine Ideen und technischen Umsetzungen nicht patentierte, sondern frei weitergab. Auch auf die Maxime des World Wide Web Consortiums, nur patentfreie Standards zu verabschieden, hatte er starken Einfluss.
 
Berners-Lees religiöse unitarische Weltanschauung hat die Entwicklung des Webs nach eigener Aussage nicht explizit beeinflusst, jedoch gebe es Parallelen zu der religiös motivierten Idee, wie eine Gesellschaft funktionieren sollte: flache Hierarchien, harmonische Kooperation, Toleranz und Offenheit für Vielfalt, Vernunftgebrauch sowie Zuversicht in die Mitstreiter.
 
In seinem Buch Weaving the Web (deutsch: Der Web-Report, 1999) wird z. B. Folgendes betont:
 
Das Web editieren zu können ist genauso wichtig wie durch das Web zu browsen.
Computer können genutzt werden, um im Hintergrund Aufgaben zu erledigen, damit Gruppen besser zusammenarbeiten können.
Jeder Bereich des Internets sollte eher eine Netzstruktur als eine Baumstruktur haben. Erwähnenswerte Ausnahmen sind das Domain Name System und die Regeln für die Vergabe von Domainnamen durch die ICANN.
Informatiker tragen nicht nur eine technische, sondern auch eine moralische Verantwortung.
 
Berners-Lees Vorstellung von der Zukunft des Internets ist das semantische Web.
 
2006 forderte er in seinem Aufsatz „Creating a Science of the Web“ die Etablierung einer eigenständigen Webwissenschaft.
Foto von Robert Elliot Kahn
Robert (Bob) Elliot Kahn
 
ein amerikanischer Informatiker.
 
Er hat zusammen mit Vint Cerf das Transmission Control Protocol (TCP) und das Internet Protocol (IP) entwickelt, die im modernen Internet zur Datenübertragung dienen. 2004 wurde ihm der Turing Award, 2008 der Japan-Preis zuerkannt.
 
Bob Kahn ist der Sohn eines High-School-Direktors und ein Cousin des Kybernetikers Herman Kahn. Er begann zunächst ein Chemiestudium am Queens College, wechselte dann aber zur Elektrotechnik am City College of New York, wo er 1960 einen Bachelor-Abschluss (B. A.) erreichte. Als Stipendiat der National Science Foundation erlangte er an der Princeton University 1962 einen M.A.-Abschluss und 1964 den Doktorgrad bei John Thomas. Gegen Ende des Studiums arbeitete er in den Bell Laboratories an der Telefontechnik für Kraftwerke, danach am MIT als Assistenzprofessor für Elektrotechnik unter John Wozencraft.
 
Er ließ sich 1976 auf dessen Rat hin vom MIT beurlauben, um bei Bolt Beranek and Newman praktische Erfahrungen zu sammeln. Er begann an Netzwerken zu arbeiten und unterbreitete der Advanced Research Projects Agency (ARPA) das Angebot für deren Ausschreibung zum Arpanet, das schließlich den Zuschlag erhielt. Kahn entschied, nicht zum MIT zurückzukehren, und war daraufhin zuständig für das Systemdesign des Arpanets. Darüber hinaus war er der Kommunikationstheoretiker beim Design des Interface Message Processors. Mit Steve Levy baute er zudem den kommerziellen Arpanet-Ableger Telenet auf.
 
1972 holte ihn Arpanet-Projektleiter Lawrence „Larry“ Roberts (der bald darauf auf Kahns Vorschlag hin zu Telenet wechselte) zur nun DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) umbenannten ARPA. Im Oktober desselben Jahres präsentierte er auf der International Computer Communication Conference (ICCC) das Arpanet mit 40 verbundenen Computern der Öffentlichkeit. Nach einem kurzen Umschwung zur Automatisierungstechnik kehrte er zu den Netzwerken zurück. Bei der DARPA hatte er die grundlegenden Ideen für das Transmission Control Protocol, als er an Projekten zur paketvermittelten Datenübertragung per Satellit und per Funk arbeitete. Angesichts des Problems, zwischen derartigen Netzen und dem Arpanet zu vermitteln, erkannte er die Notwendigkeit offener Netzwerkarchitekturen, die es unterschiedlichen Netzwerken unabhängig von der eingesetzten Hard- und Software erlauben, miteinander zu kommunizieren.
 
Ab Frühling 1973 unterstützte ihn Vinton G. Cerf, den er noch als Doktorand 1969 bei Tests des ersten Arpanet-Knotens an der UCLA kennengelernt hatte und der nun Assistenzprofessor in Stanford war, bei dem Projekt TCP. Bei der Entwicklung diente ihnen das ohne Mitwirkung Kahns für das ursprüngliche Arpanet entworfene Network Control Program (NCP) als Grundlage. Im September 1973 präsentierten sie eine erste Version, die im Mai 1974 auch veröffentlicht wurde, und die bereits zwischen TCP und IP unterschied.
 
Als Cerf 1976 zur DARPA kam, übernahm dieser von Kahn bis 1982 die Führungsrolle im Internet-Projekt und leitete die Weiterentwicklung von TCP. Kahn wurde 1979 Direktor des Information Processing Techniques Office (IPTO) der DARPA. In dieser Position startete er die eine Milliarde US-Dollar teure Strategic Computing Initiative der USA, das bis dahin größte staatliche Projekt in der Computerforschung und -entwicklung.
 
1980 wurde TCP/IP vom amerikanischen Verteidigungsministerium als Standard anerkannt, und am 1. Januar 1983 wurde die NCP-Protokollsuite des Arpanets bei dessen Trennung vom MILNET wieder unter der Leitung Kahns auf TCP/IP umgeschaltet und damit die Grundlage des modernen Internets gelegt. Ein Jahr später gab Kahn das Internet-Projekt erneut ab, diesmal an Barry Leiner.
 
1985 verließ Kahn die DARPA und gründete 1986 die Corporation for National Research Initiatives (CNRI), deren Vorsitzender er ist. Die CNRI ist eine gemeinnützige Organisation, um Entwicklung und Forschung der Informations-Infrastruktur voranzutreiben. Dort förderte er u. a. die Idee der Digital Library und entwarf dafür mit Robert Wilensky die Grundlagen des Handle-Systems, das als Rekonzipierung des Internets angelegt ist, und auf dem das Digital-Object-Identifier-Verzeichnis basiert. Ein Spin-off der CNRI ist die von Kahn und Cerf mitgegründete Internet Society.
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